WSG
Sportschützengesellschaft Köln-Ostheim 1963 e.V.

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Neunpfünder Feldkanone A. D. 1793 der WSG
 

Ausgang des 18. Jahrhunderts war die Neunpfünder-Kanone die gebräuchlichste Kanone in den verschiedenen Armeen Westeuropas und in den USA. Während der Napolionischen Kriege wurde sie ebenfalls häufig verwendet.
Tausende ähnlicher Kanonen wurden von britischen, französischen, preußischen, deutschen, österreichischen, russischen oder amerikanischen Truppen benutzt. Unter der Bezeichnung Feldkanone versteht man Kanonen die häufig transportiert werden konnten und deshalb leichter waren als z. B. Kanonen für eine Belagerung oder für eine Garnison.
Das Fahrgestell einer solchen Kanone bestand aus einem einfachen Holzbalken, der dort, wo die Konsolen angebracht waren breiter war. Durch diese Konsolen lief auch die Achse für die zwei Wagenräder. Diese beiden Konsolen waren an der Oberseite mit Blech beschlagen und hatten an der höchsten Stelle eine halbkreisförmige Vertiefung, darin lagen die beiden Zapfen der eigentlichen Kanone.
Nach oben waren sie ebenfalls halbkreisförmig mit Metallbügel gesichert. Am schmalen hinteren Ende des zentralen Balkens war eine bewegliche Zugöse angebracht sowie Griffe und Löcher für die Zugstange.
Das ganze Gestell der Kanone war mit Eisenbeschlägen verstärkt, da der Rückschlag bei einem Schuß, dieser leicht konstruierte Kanone  in ihre Einzelteile zerlegt hätte.

Die “Rundkugel”, eine einfache Eisenkugel, war das erste Geschoß der Kanone und man konnte damit ganze Reihen von Soldaten niederwerfen und Hindernisse beseitigen. Die Kanone galt deswegen als eine schreckliche Waffe, da eine einzige Kugel mehr als vierzig Mann auf einer Entfernung von 600 bis 800 Meter töten konnte. Obwohl die Abschußgeschwindigkeit aller Kanonen gleich war, war die Endgeschwindigkeit umso größer, je größer das Geschoß war. Eine Neunpfünder-Kanone schoß etwa 1000 Meter weit.
Auf der iberischen Halbinsel wurden einmal britische Truppen von französischen zurückgeworfen, weil die Briten nur Sechspfünder, die Franzosen aber Acht- und Neunpfünder besaßen. Das führte zur Einführung der Neunpfünder-Kanone als britische Feldartilleriewaffe.
Der originalgetreue Nachbau wurde von den unten aufgeführten Mitgliedern deer  Weck- und Schießgesellschaft zum Schützenfest 1993 in Auftrag gegeben. Das Ehrenmitglied Johann Schumann + (Metallbau Johann Schumann +), Erbauer dieser Kanone, konnte sie Ende April 1995 fertigstellen.
Die damaligen Mitglieder der Weck- und Schießgesellschaft der Sportschützengesellschaft Köln-Ostheim 1963 e.V. waren Franz Bolder +, Willi Heinen und Wilfried Theis

Die Daten der Kanone:

RAD

Durchmesser 950 mm
Laufbreite 80 mm
Nabengröße 300 mm
gefertigt von Hand nach altem Brauch aus:
Nabe = Linde, Speichen = Buche, Reifen = Eiche
mit Stahlring  80 x 10 mm

 

 

FAHRGESTELL

Achse:
Rohr 80 x 80 x 3 mm
Rund 40 mm
Hauptbalken aus Eiche:
Größe 200 x 200 x 1600 mm
Lagerkonsolen aus Eiche:
Größe 240 x 530 x 60 mm

 

 

ROHR

Gewicht  160 kg Länge  1160 mm
gefertigt aus Stahl (St37), vernikelt

 

 

SCHIESSAUTOMAT

Eigenanfertigung 8 Schuß Trommel
Munition: Kaliber 12 Alarmpatronen

 

 

KANONE

Gesamtlänge  2250 mm Gesamtbreite 1450 mm
Gesamtgewicht 400 kg

 

 

MUNITIONSKISTEN

Messing, Größe 300 x 200 x 90 mm

 

 

BESCHUSSBESCHEINIGUNG

LBME
Landesbetrieb Mess- und Eichwesen
Nordrhein-Westfalen vom 1. Juli 2010

Die Kanone wurde am 6. Mai 1995 offiziell eingeweiht und auf den Namen "DICKER JOHANNES" getauft.
Die Feier fand im Vereinslokal “Gasthof Bolten statt. Alle Mitglieder waren der Einladung der WSG nachgekommen und erlebten einen netten Abend.
Musikgruppen und Karnevalskünstler rundeten den Abend ab und machten ihn zu einem unvergessenen Erlebnis.

Bilder von der Geburt bis zur Tauffeier der Kanone im Vereinslokal Gasthof Bolten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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